Rückblick 2009
Auf dem „Innovation Forum Embedded Systems“ des BICC-NET erörterten über 25 Experten und 150 Gäste aus Wirtschaft und Forschung Herausforderungen und Möglichkeiten in den Branchen Automobilentwicklung, Industrieautomation, Kommunikationstechnik, Luft- und Raumfahrt, Medizintechnik und Sicherheit.

Bewusst nicht als Fachkongress sondern als "Forum" gestaltet, ermöglichte die Veranstaltung den Teilnehmern, neue Kontakte über bestehende Branchen, Technologiefelder und Wertschöpfungsketten hinweg zu knüpfen. Denn die gemeinsame Integration und Umsetzung von Embedded Systems in größere Prozesse und Anwendungen sind eine deutsche Domäne.
Hier kann Deutschland seinen Know-how-Vorsprung sichern; „denn Komponenten kann man anderenorts kopieren, nicht aber deren Integration in komplexe Systeme“, stellte Henning Butz von Airbus Deutschland klar. Das Marktvolumen für Embedded Systems hierzulande wird auf rund 19 Milliarden Euro geschätzt. Die Anbieter von Embedded Systems und ihren Bestandteilen trugen 2008 dazu rund vier Milliarden Euro bei, die Wertschöpfung in den Anwendersektoren umfasste mehr als 15 Milliarden Euro.
An viele Anwendungen hat man sich bereits gewöhnt, denkt man z.B. an die automatische Erfassung des Skipasses am Lift oder das ABS im Auto. Aber trotz schätzungsweise gut 20 Milliarden eingesetzten Embedded Systems weltweit ist ihr Potential noch lange nicht ausgeschöpft. So stecken etwa große Möglichkeiten darin, im Rahmen von Fahrassistenzsystemen die Sicherheit auf unseren Straßen erhöhen zu können.

Dabei steht nicht nur der Komfort im Mittelpunkt, sondern auch die Sicherheit der Anwendungen. Eine Herausforderung ist die zunehmende Komplexität von Embedded Systems durch Multi-Core Prozessoren, Virtualisierung in der Software, sowie hinsichtlich des Layouts. Dies sei aber beherrschbar, meinte Prof. Dr. Eberspächer von der TU München. Henning Butz ergänzte, dass bereits seit 30 Jahren eingebettete Systeme in Flugzeugen eingesetzt werden und es durch sie noch zu keinem Absturz gekommen sei.
Die wachsende Bedeutung von Embedded Systems ist jedoch nicht nur eine Frage neuer Technologien. „Es sind die Geschäftsmodelle, die sich durchsetzen“, ist sich Dr. Michael Würtenberger von der BMW AG sicher. Lösungen, die den Engineering-Aufwand reduzieren und dadurch Kosten sparen, werden sich durchsetzen. Die Vision könnte nach Dr. Anton Fiedl von Siemens etwa so aussehen: Die zunehmend intelligenten Komponenten aus Hard- und Software verbinden sich selbst untereinander und etablieren eigenständig ein eingebettetes System.
Höhere Komplexität und Wirtschaftlichkeit - „zukünftige Embedded Designs müssen vielfältige zum Teil konträre Ziele erfüllen, damit sich Unternehmen in turbulentem Marktumfeld behaupten und ihre Marktposition ausbauen können“, so Norbert Hauser von der Kontron AG. Das erste Innovation Forum Embedded Systems hat führende Vertreter aus Industrie und Wissenschaft zusammengebracht, um gemeinsam Wege zu diesen Zielen aufzuzeigen und einen Blick auf die Herausforderungen und Möglichkeiten in der Zukunft zu werfen. In diesem Sinne wird das BICC-NET auch zukünftig das Thema Embedded Systems begleiten.
